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VORSTELLUNG


Gegewärtig, vor dem Hintergrund einer großen und zunehmenden internationalen Bedeutung, entwickelt sich der Flamenco weiter und findet immer neue Ausdrucksweisen.

Zusammen mit der ursprünglichen Stimme alter Gesänge wie tonás und romances, den klatschenden palmas, der Flamenco-Gitarre und dem schnellen und rhythmischen Solotanz des zapateados, sind andere Ausdrucksformen des Flamencos, wie die Geige, die Flöte oder der Sitar erschienen, die allmählich einen gewissen musikalischen Reichtum hinzugefügt haben.

Die Mundharmonika ist nach meinem Kenntnisstand von Musikern, wie bspw. von Antonio Serrano in Zusammenarbeit mit Paco de Lucía, zu verschiedenen Gelegenheiten benutzt worden, als Begleitung und (stets) mit der chromatischen Mundharmonika.

Aber ich habe bislang noch von niemandem gehört, der die diatonische Mundharmonika - und besonders die als trémolo bekannte Variante - benutzt hat, um Flamenco-Musik zu komponieren. Dies liegt vielleicht daran, dass sie in musikalischen Noten viel beschränkter ist.

Daher bin ich auf die Idee gekommen, die besagte diatonische Mundharmonika im Flamenco anzuwenden, mit allen Schwierigkeiten, die diese wegen ihrer Beschränkungen mit sich bringt. Ich bin aber zugleich auch sehr stolz auf die Feststellung, dass ich mit diesem neuen Instrument einen Beitrag zur Ausdrucksstärke des Flamencos leisten kann.

Meine Absicht ist es, ein cante flamenco vom Anfang bis zum Ende aufzuführen, wie es normalerweise ein cantaor oder eine cantaora singt, es jedoch mit der Mundharmonika statt der Stimme zu interpretieren.
Und das alles selbstverständlich mit großem Respekt und unbestreitbarer Bewunderung gegenüber dem Flamenco, der durch die großen Genies geschaffen wurde, gegenüber der Tradition und der alten Schule, die in der Erinnerung eines jeden Flamenco-Liebhabers fortleben und die meine Bezugspunkte und Vorbilder im Rahmen dieser GROSSEN KUNST, im Rahmen dieser Art und Weise durch Würde und Schönheit zu klagen, darstellen. (Übersetzt von Rocío Agar)


Luis Agar